Rauchen und Zahnimplantate: was Sie wissen sollten
Medizinisch geprüft von Dr. Oliver Käther
Auf einen Blick
Rauchen ist einer der größten beeinflussbaren Risikofaktoren bei Zahnimplantaten. Nikotin verengt die Blutgefäße, verschlechtert die Wundheilung und stört das Einheilen. Die Verlustrate ist bei Rauchern etwa doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Wer mindestens zwei Wochen vor und einige Wochen nach dem Eingriff auf Nikotin verzichtet, verbessert seine Chancen deutlich.
Warum Rauchen für Implantate ein Problem ist
Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung im gesamten Mundraum.
Für ein frisch gesetztes Implantat ist genau das kritisch. Die Wundheilung verlangsamt sich, das Immunsystem kann Bakterien schlechter abwehren, und die Osseointegration, also das Verwachsen des Implantats mit dem Knochen, wird gestört.
Hinzu kommt eine Tücke: Bei Rauchern sind die Entzündungszeichen oft schwächer ausgeprägt, weil das Zahnfleisch schlechter durchblutet ist. Eine beginnende Entzündung am Implantat fällt dadurch später auf.
Wie stark das Risiko steigt
Die Studienlage ist eindeutig. In einer Auswertung lag die Verlustrate bei Rauchern bei rund sechs Prozent gegenüber gut drei Prozent bei Nichtrauchern, das Risiko ist also etwa doppelt so hoch. Je nach Studie wird das Verlustrisiko zwei- bis vierfach erhöht angegeben. Auch das Risiko für eine Periimplantitis, also eine Entzündung am Implantat, ist bei Rauchern deutlich höher.
Wichtig: Das Risiko steigt mit der Zahl der Zigaretten. Schon ab etwa zehn Zigaretten täglich ist der Effekt messbar.
Was das für Ihre Behandlung bedeutet
Rauchen ist nicht in jedem Fall ein Ausschlussgrund für ein Implantat, aber ein Faktor, den wir vor der Behandlung offen besprechen. Der entscheidende Punkt ist: Anders als Vorerkrankungen liegt dieser Risikofaktor in Ihrer Hand.
Die übliche Empfehlung lautet, mindestens zwei Wochen vor dem Eingriff und einige Wochen danach komplett auf Nikotin zu verzichten. Dieser Zeitraum deckt die kritische Phase der Wundheilung und des Einheilens ab. Noch besser für die langfristige Prognose ist ein dauerhafter Rauchstopp.
Ein Hinweis zu Ersatzprodukten: Auch nikotinhaltige Kaugummis oder Lutschtabletten bringen Nikotin in den Mundraum. Sie sind also kein Freifahrtschein in der Heilungsphase.
Dr. Käther empfiehlt
Wenn Sie ohnehin mit dem Gedanken spielen aufzuhören, ist die anstehende Implantation ein guter Anlass. Sprechen Sie mich darauf an. Ich unterstütze Sie mit konkreten Empfehlungen, denn kein anderer Schritt schützt Ihr Implantat so wirksam wie der Rauchverzicht.
Implantat trotz Rauchen?
In einem Erstgespräch in Pulheim schauen wir uns Ihre Situation an und planen den Eingriff so, dass Ihr Implantat die besten Chancen hat.
Erstgespräch vereinbarenHäufige Fragen
Kann ich trotz Rauchen ein Implantat bekommen?
In vielen Fällen ja, aber mit erhöhtem Risiko. Wir besprechen das vor der Behandlung und planen entsprechend. Ein Rauchstopp rund um den Eingriff verbessert Ihre Chancen messbar.
Wie lange darf ich nach der Implantation nicht rauchen?
Empfohlen wird, mindestens zwei Wochen vor und einige Wochen nach dem Eingriff komplett zu verzichten. Für die langfristige Haltbarkeit ist dauerhafter Verzicht am besten.
Sind E-Zigaretten unbedenklich?
Auch sie enthalten in der Regel Nikotin, das die Durchblutung beeinträchtigt. In der kritischen Heilungsphase sind sie deshalb keine sichere Alternative.
Was ist Periimplantitis?
Eine bakterielle Entzündung des Gewebes rund um das Implantat, ähnlich der Parodontitis am natürlichen Zahn. Rauchen erhöht das Risiko deutlich. Unbehandelt kann sie zum Verlust des Implantats führen.

Über den Autor
Dr. Oliver Käther
Zahnarzt & Praxisinhaber
Dr. Oliver Käther ist Gründer und Inhaber der Zahnarztpraxis in Pulheim. Seine Schwerpunkte liegen in der Implantologie, Parodontologie und ästhetischen Zahnmedizin. Er ist Mitglied der DGI, DG PARO und APW.
Alle Inhalte dieses Artikels wurden medizinisch geprüft von Dr. Oliver Käther.
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