Wurzelspitzenresektion: Wann sie nötig ist, Ablauf und Kosten
Medizinisch geprüft von Dr. Oliver Käther
Auf einen Blick
Bei einer Wurzelspitzenresektion wird die entzündete Spitze einer Zahnwurzel chirurgisch entfernt und der Kanal von unten dicht verschlossen. Der Eingriff kommt infrage, wenn eine Wurzelkanalbehandlung die Entzündung nicht beseitigen konnte. Ziel ist immer der Erhalt des eigenen Zahns. Die gesetzliche Kasse übernimmt die Basisbehandlung für erhaltungswürdige Zähne, moderne mikrochirurgische Technik ist häufig Eigenleistung.
Was ist eine Wurzelspitzenresektion?
Eine Wurzelspitzenresektion ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem die entzündete Spitze einer Zahnwurzel zusammen mit dem erkrankten Gewebe entfernt wird.
Anschließend wird der Wurzelkanal von unten mit einer dichten Füllung verschlossen, damit keine Bakterien mehr in den Knochen gelangen.
Der Eingriff steht am Ende einer Behandlungskette. Davor wird immer zuerst eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt, bei der der Nerv entfernt und der Kanal von der Krone aus gereinigt und gefüllt wird. In den meisten Fällen reicht das. Bleibt die Entzündung trotzdem bestehen, kommt die Wurzelspitzenresektion als nächster Schritt. Das übergeordnete Ziel ist immer, den eigenen Zahn zu erhalten.
Wann ist eine Wurzelspitzenresektion nötig?
Eine Wurzelspitzenresektion ist nicht bei jeder Entzündung die richtige Maßnahme. Ich führe sie nur durch, wenn bestimmte Befunde vorliegen, die sich über den Wurzelkanal allein nicht lösen lassen.
| Befund | Warum eine Resektion nötig wird |
|---|---|
| stark gekrümmte Wurzelkanäle | Der Kanal lässt sich nicht bis zur Spitze aufbereiten, das Entzündungsgebiet bleibt unerreichbar. |
| Seitenkanäle | Feine Verästelungen nahe der Spitze lassen sich instrumentell nicht reinigen. |
| abgebrochenes Instrument im Kanal | Ein frakturiertes Instrument verschließt den Zugang zur Spitze. |
| Stiftversorgung | Ein vorhandener Stift lässt sich oft nicht entfernen, ohne den Zahn zu beschädigen. Die Resektion ermöglicht den Zugang von außen. |
| anhaltende Entzündung trotz Wurzelfüllung | Die Entzündung im Knochen bildet sich trotz korrekter Füllung nicht zurück. |
| Zystenverdacht | Eine größere Veränderung im Röntgenbild muss chirurgisch entfernt werden. |
Bevor ich eine Resektion empfehle, prüfe ich immer, ob eine Wurzelkanalrevision als weniger invasive Alternative möglich ist. Dabei wird die bestehende Füllung entfernt und der Kanal erneut gereinigt und gefüllt. In vielen Fällen reicht das bereits aus.
Wie läuft der Eingriff ab?
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und gliedert sich in drei Schritte.
- Zugang schaffen: Ich lege das Zahnfleisch über der betroffenen Wurzelspitze frei und trage den darüberliegenden Knochen vorsichtig ab, bis Wurzelspitze und entzündetes Gewebe sichtbar sind.
- Wurzelspitze kürzen: Mit einer feinen Fräse kürze ich die Wurzelspitze um etwa zwei bis drei Millimeter. In diesem Bereich halten sich Bakterien besonders hartnäckig. Das entzündete Gewebe wird ausgeräumt.
- Verschließen und vernähen: Nach Desinfektion verschließe ich den Kanal von unten mit einer dichten Füllung. Das Zahnfleisch wird zurückgeklappt und vernäht. Ein Röntgenbild bestätigt das Ergebnis.
Wie lange dauert der Eingriff?
Die Dauer hängt von der Lage des Zahns und der Zahl der Wurzeln ab.
| Situation | Ungefähre Dauer |
|---|---|
| Frontzahn mit einer Wurzel | 15 bis 30 Minuten |
| Seitenzahn mit mehreren Wurzeln | 30 bis 60 Minuten |
| komplizierte Fälle | 60 bis 90 Minuten |
Frontzähne sind einfacher, weil sie nur eine gut zugängliche Wurzel haben. Bei Backenzähnen mit mehreren Wurzeln steigt der Aufwand.
Ist eine Wurzelspitzenresektion schmerzhaft?
Der Eingriff selbst ist durch die Betäubung schmerzfrei, die meisten Patienten nehmen nur ein Druckgefühl wahr.
Lässt die Betäubung nach, können Schmerzen auftreten, die mit denen einer Zahnentfernung vergleichbar sind. Eine Schwellung im Wangenbereich ist normal und erreicht ihren Höhepunkt am zweiten bis dritten Tag. Mit einem einfachen Schmerzmittel sind die Beschwerden meist gut beherrschbar.
Die Wunde ist in der Regel nach sieben bis zehn Tagen verheilt, dann werden die Fäden entfernt. Die meisten Patienten können nach zwei bis drei Tagen wieder arbeiten, sofern die Tätigkeit nicht körperlich schwer ist.
Dr. Käther empfiehlt
Bringen Sie zum Termin alle vorhandenen Röntgenbilder und Befunde früherer Wurzelbehandlungen mit. Je besser ich die Vorgeschichte des Zahns kenne, desto gezielter kann ich planen. Ein dreidimensionales Röntgenbild (DVT) des Bereichs ist dabei besonders hilfreich.
Was kostet eine Wurzelspitzenresektion, und was zahlt die Kasse?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Basisbehandlung für erhaltungswürdige Front- und Seitenzähne. Voraussetzung ist, dass der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird. Bei den hinteren Backenzähnen gelten teils Einschränkungen.
Wichtig zu wissen: Moderne Technik, die das Ergebnis verbessert, ist häufig eine Privatleistung. Dazu zählen das Operationsmikroskop, spezielle Ultraschallinstrumente, ein dichter Verschluss der Wurzelspitze von unten und die 3D-Diagnostik mit DVT. Diese Mehrkosten bewegen sich je nach Zahn und Aufwand meist im mittleren bis höheren dreistelligen Bereich. Eine private Zahnzusatzversicherung erstattet die Behandlung je nach Tarif ganz oder teilweise. Einen verbindlichen Kostenrahmen erhalten Sie nach der Untersuchung.
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?
Die Erfolgsaussichten hängen stark von der Technik und der Auswahl des Falls ab. In der Fachliteratur reichen die Angaben grob von 60 bis über 90 Prozent.
Am oberen Ende liegt die moderne mikrochirurgische Technik mit Operationsmikroskop und dichtem Verschluss der Wurzelspitze. Entscheidend sind außerdem die richtige Indikation und eine konsequente Nachsorge. Eine ehrliche Einschätzung für Ihren konkreten Fall gebe ich Ihnen nach der Untersuchung.
Sie haben eine hartnäckige Entzündung an einem wurzelbehandelten Zahn? In einem Termin in Pulheim prüfe ich, ob sich der Zahn mit einer Wurzelspitzenresektion erhalten lässt, und bespreche den Ablauf mit Ihnen.
Beratungstermin vereinbarenHäufige Fragen
Wie lange bin ich nach dem Eingriff krankgeschrieben?
Die meisten Patienten können nach zwei bis drei Tagen wieder arbeiten. Die Wunde verheilt in sieben bis zehn Tagen, dann werden die Fäden entfernt. Bei körperlich schwerer Arbeit plane ich die Krankschreibung großzügiger.
Gibt es Alternativen zur Wurzelspitzenresektion?
Die wichtigste Alternative ist die Wurzelkanalrevision, bei der die bestehende Füllung entfernt und der Kanal erneut aufbereitet wird. Lässt sich der Zahn weder so noch durch eine Resektion retten, bleibt die Entfernung mit anschließender Versorgung durch Implantat oder Brücke. Ich bespreche immer alle Optionen mit Ihnen.
Ist der Eingriff gefährlich?
Es handelt sich um einen Routineeingriff unter örtlicher Betäubung. Wie bei jeder Operation gibt es Risiken, etwa Schwellung oder Nachblutung. Treten nach dem Eingriff starke, mit Schmerzmitteln nicht beherrschbare Schmerzen, eine zunehmende Schwellung oder anhaltende Nachblutungen auf, sollten Sie umgehend die Praxis kontaktieren.

Über den Autor
Dr. Oliver Käther
Zahnarzt & Praxisinhaber
Alle Inhalte dieses Artikels wurden medizinisch geprüft von Dr. Oliver Käther.
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